„Wunder“ Orthopädietechnik: Der geborgte Körper

Samuel Koch, Tetraplegiker, kann wieder stehen. Mit der Hand durch das Haar streichen, wild gestikulieren. Über die Bühne des Staatstheaters Darmstadt stapfen. Seit seinem schweren Sturz in der TV-Show „Wetten dass..?“ am 4. Dezember 2010, als er mit Sprungstelzen über fahrende Autos sprang, ist der 29-Jährige vom Hals ab querschnittgelähmt – und sitzt eigentlich im E-Rollstuhl. Doch das „Comeback“ in der Aufrechten ist kein Wunder, sondern Ergebnis einer verrückten Idee, die Koch sowie sein Studienfreund und Schauspielerkollege Robert Lang bereits vor fünfeinhalb Jahren in den Köpfen hatten: Lang „leiht“ dem gelähmten Koch seinen Körper und seine Bewegungen, stemmt dessen 50 bis 52 Kilogramm in die Vertikale. Ein „menschliches Exoskelett“ sozusagen. Weiterlesen

Auf nach Rio!

Messestand medi OTWorld 2016

Sport war ein großes Thema auf der OTWorld 2016 – wie hier am Stand von medi (Foto: Cathrin Günzel).

OTWorld im Zeichen des Sports mit Versorgungskonzepten für Freizeit- und Profisportler: Sportliche Großereignisse wie die Sommer-Paralympics in Rio de Janeiro warfen auf der OTWorld ihre Schatten voraus. Mehrere Veranstaltungen im Kongress beleuchteten die optimale Versorgung von Sportlern mit und ohne Behinderung. In den Fokus rückten ebenfalls effiziente Therapiemöglichkeiten nach Sportverletzungen. Paralympische Top-Athleten wie Markus Rehm, Heinrich Popow und Marina Mohnen waren in Leipzig zu Gast. Sportsgeist durchwehte die Messehallen: An den Ständen führender Unternehmen der Branche ging es äußerst rasant zu – ob beim Basketball, Breakdance oder Sprint. Weiterlesen

Überlastungen, Verletzungen, optimales Schuhwerk… – Sportlerprobleme im Fokus

Zwei Satellitensymposien mit renommierten Experten fanden auf der OTWorld in Kooperation mit der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) statt. Bei „Der Sportlerfuß – Funktionsdiagnostik und Schuhzurichtung“  hatten Dr. Casper Grim von der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie der Klinikum Osnabrück GmbH sowie Fatmir Langmeier, Schuh Langmeier e.K., den Vorsitz inne.

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Von Beige zu Bunt

medi modische Kompression auf der OTWorld 2016

Stylishe Kompression zeigte medi auf der OTWorld 2016 (Foto: C. Günzel).

Nicht nur funktional, sondern auch schön: Die Orthopädie-Technikbranche wird immer farbenfreudiger und designorientierter – und dies nicht nur für jüngere Zielgruppen. Das fiel in diesem Jahr auf der OTWorld besonders ins Auge. Nicht nur Bandagen, Orthesen und Einlagen kamen optisch ansprechend daher. Wer im Alltag mit entsprechenden Produkten unterwegs ist – unter anderem infolge von Rückenleiden, Arthrose oder Sportverletzungen – möchte weder krank aussehen noch stigmatisiert werden. 

Bunte Bandagen von Caroli - OTWorld 2016

Bunte Bandagen von Carola auf der OTWorld 2016 (Foto: C. Günzel).

Etliche Hersteller setzten zudem auf mehr Patientenzufriedenheit und -bindung durch Zusatzservices, die über Smartphones funktionieren. Ins Blickfeld gerieten ebenso die weniger mobilen Patienten, die beispielsweise aufgrund Volkskrankheiten wie Diabetes auf Hilfsmittel angewiesen sind – zum Beispiel nach Amputationen. Das Motto lautete weniger Schmerzen, mehr Lebensqualität, mehr Bewegung. Genauso im Fokus der Hersteller: Services, die Prozesse in der Werkstatt optimieren und den Technikern Zeit sparen.

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Willkommen in Digitalien!

„Eine Revolution in der Orthopädie-Technik steht bevor“, prophezeiten die einen. „Gemach, gemach“, meinten die anderen. Die Vorboten tiefgreifender Veränderungen jedenfalls waren auf der OTWorld 2016 nicht zu übersehen:

3D-gedruckte Vorfußprothese - stamos + braun

Den Prototyp einer komplett in Silikon gedruckten Vorfußprothese stellte stamos + braun prothesenwerk aus Dresden im Kongress der OTWorld vor (Foto: stamos + braun).

Digitale Anwendungstechnologien und der 3D-Druck gehörten zu den vieldiskutierten Themen in diesem Jahr und es wurden etliche marktfähige Produkte sowie Prototypen gezeigt – von gedruckten Designprotektoren bis zu Einlagen sowie Orthesen, Badeprothesen und Prothesenstudien.

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Showroom für die Marke

Ansprechendes Material, eindeutige Farben, ausgeklügelte LED-Lichtkonzepte, leuchtende Regalfachböden und Flachbildschirme sind der letzte Schrei im Ladenbau. Zunehmend halten modernes Design und zeitgemäße Gestaltung in die Sanitätshäuser Einzug, werden als wesentlicher Teil der Marken-Identität betrachtet.

Elke Park - ParkRaum

Elke Park, ParkRaum Konzepte und Consulting (Foto: Elke Park).

„Der Ladenbau im Gesundheitswesen folgt zunehmend den gleichen Trends wie der sonstige stationäre Einzelhandel – allerdings muss ein Sanitätshaus nicht ganz so glamourös und hell erleuchtet dargestellt sein“, stellt Elke Park von ParkRaum Konzepte und Consulting, Stuttgart, fest.

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Die Zukunft braucht Verkäufer!

Hohe Qualität und Fachwissen allein werden nicht genügen, um im Hilfsmittelmarkt erfolgreich zu bestehen. Vertrauenswürdige Verkäufer sind gefragt. „Verkaufen ist nicht böse!“, unterstreicht Michaela Köstner, Senior Consultant der Nürnberger Unternehmensberatung Volkmer Management, die auf den medizinischen Hilfsmittelsektor spezialisiert ist und ein „Trendbook“ für die Branche veröffentlicht hat. Weiterlesen

Flagge zeigen: Markenbildung im Sanitätsfachhandel

Anzeige der Jüttner Orthopädie KG

Bewegungsfreiheit: Anzeige der Jüttner Orthopädie KG für den Bereich Orthopädie-Technik mit Kunden als Testimonials (Foto: Jüttner Orthopädie KG).

Der Konkurrenzdruck im Gesundheitsmarkt steigt. Branchenfremde vom Onlineanbieter bis zum Discounter drängen hinein. Um sich in das Gedächtnis ihrer Kunden einzugraben, müssen Sanitätshäuser wahrnehmbar und von anderen Marktplayern unterscheidbar sein. Wesentlicher Faktor: Eine eigene Marke entwickeln, die Vertrauen weckt.

„Noch viele Betriebe haben bisher keine eigene Marketingabteilung oder keinen Marketingverantwortlichen. Dies ist für die Markenbildung jedoch elementar“, betont Elke Park von ParkRaum Konzepte und Consulting, Stuttgart. Weiterlesen

Zukunftsmusik? Exoskelett mit Muskelkraft

Ein Exoskelett aus Verbundfaserstoffen, das die Muskelkraft seines Träger nutzt und zugleich dem Abbau von Muskelmasse in den Beinen entgegenwirkt – daran forscht der Münchner Ingenieur Ralph Hohenwarter.
Bei seinem Entwurf verzichtet Hohenwarter auf Elektromotoren als Antrieb, die bei gängigen Varianten die Gelenkbewegung auslösen. Stattdessen setzt er auf funktionelle elektrische Stimulation der Muskeln (FES). Ohne Armstützen soll das Gerät funktionieren, einen natürlichen Gang ermöglichen. Weiterlesen

Keks ade: Gesunde Snacks für Business Meetings

Frisches Gemüse - empfohlen von Cathrin Günzel

Frisches Gemüse, selbst geerntet, schmeckt auch beim Meeting. Foto: E. Adler

Schon wieder eine Sitzung, schon wieder Kekse. Aus Langeweile wird zugegriffen. Oder weil das Frühstück dem Stress zum Opfer fiel – und auch das Mittagessen auszufallen droht. Stattdessen noch ein labbriges Wurstbrötchen reingeschoben. Dabei geht es durchaus anders, weiß der Leipziger Ernährungsberater und Sportler Johannes Hunger – Ernährungsberatung sächsische Olympiastützpunkte/Landesgymnasium für Sport Leipzig.

Johannes Hunger, Ernährungsberater

Tipps für gesunde Meeting-Snacks: Der Leipziger Ernährungsberater Johannes Hunger weiß, was guttut und schmeckt. Foto: Johannes Hunger

Wer sich mit der Verpflegung etwas Mühe gibt und auf Gesundes setzt, holt mehr aus einem Meeting heraus. Denn mit gesunden Snacks bleibt der Geist wacher.

Brot sparen

„In Business Meetings kohlenhydratlastige Snacks zu servieren ist ein typischer Fehler“, erklärt Johannes Hunger. Weiterlesen

Achtung, Gesundheitskontrolle! Apps überwachen Wohlbefinden

Herzfrequenz, Blutzucker, Kalorien, gelaufene Schritte, Schlaf-Wach-Rhythmus … Mit Apps und Wearables wie Smart Watches messen Gesundheitsbewusste und Fittnessfreaks ihr Wohlbefinden. Für chronisch Erkrankte bietet die Technologie ganz neue Möglichkeiten der Kontrolle. Ein riesiger Markt der „Selbstoptimierung“ tut sich auf, auf dem vom Startup bis zum Großunternehmen und zur Versicherung viele mitmischen und Gesundheitsdaten begehrte Währung sind. Kritiker befürchten eine Entsolidarisierung der Gesellschaft, bei der nur die Starken und Gesunden gewinnen. Befürworter sehen Chancen, gesünder zu bleiben – und revolutionäre Erkenntnisse über Krankheiten zu gewinnen. Und sogar die Infrastruktur der neuen Gesundheitskarte der gesetzlichen Krankenversicherung soll – nach dem E-Health-Gesetz – von Fitnesstrackern oder Wearables gewonnene Daten auf Wunsch aufnehmen und dem Arzt übermitteln.

Die Sensoren sind wach, immer. Nur 70 Prozent Schlafeffizienz heute Nacht, warnt das Fitnessarmband. Blutdruck liegt noch im Normbereich, Blutzucker geht so. Buttercroissant zum Frühstück? Zu viele Kalorien, murrt die App auf dem Smartphone – das gibt Punktabzug bei der Krankenversicherung. Bleibt das Aktivitätslevel so niedrig, erhöht sich der Beitrag, ermahnt der Schrittzähler. Weiterlesen