Vorsicht, Magnet!

Die Quarzuhr geht ständig nach, aber kein Fehler ist zu finden? Magnetfelder können die Ursache sein, sagt Albert Fischer, Vizepräsident des Zentralverbands für Uhren, Schmuck und Zeitmesstechnik. Über das Problem „Magnetismus bei Kleinuhren“ informiert der Uhrmachermeister im Fachprogramm der Uhren- und Schmuckmesse MIDORA Leipzig, die vom 2. bis 4. September 2017 stattfindet.

Magnetismus war bisher eher als Problem mechanischer Uhren bekannt. Nun schlägt er auch bei Quarzuhren zu?
Fischer: 
Immer öfter kommen Kunden mit Quarzuhren in unsere Werkstatt, die einige Minuten bis mehrere Stunden nachgehen. Meist stellen wir trotz intensiver Diagnose keinen Fehler fest. In solchen Fällen fragen wir nach, ob die Uhr in der Nähe von Permanentmagneten war, die sich in Verschlüssen von Taschen, Handyhüllen, Geldbörsen oder Armreifen verstecken. Dann bleibt sie nämlich einfach stehen.

Muss die Quarzuhr anschließend entmagnetisiert werden?
Fischer: 
Nein. Anders als bei mechanischen Modellen genügt es, wenn sie keinem Magnetfeld mehr ausgesetzt ist. Dann läuft sie weiter. Schwierig wird es, wenn die Ursache im beruflichen Umfeld liegt – so sind Anlagen zur Warenentsicherung in den Geschäften magnetisch. Uhren von Verkäuferinnen verlieren deshalb schnell 15 bis 30 Minuten am Tag. Spezielle Varianten mit Magnetfeldabschirmung oder selbstregulierendem Prozessor sind jedoch recht teuer.

Wie sensibilisieren Sie Ihre Kunden für dieses Problem?
Fischer: 
Wir geben jedem Kunden ein genaues Prüfprotokoll mit. Dies dauert nur wenige Minuten zusätzlich und beweist, dass die Uhr in Ordnung ist. Außerdem stehen entsprechende Hinweise in einem Merkblatt. Dieser Service ist gratis und schafft Vertrauen.

Das Interview erschien in den MIDORA News 2017 – dem Magazin der MIDORA Leipzig. An Konzeption und Inhalten des Magazins habe ich mitgewirkt. Inhaltsplanung, Recherchen und alle Texte stammen von mir. Das Magazin MIDORA News erscheint seit 2008 einmal im Jahr und wurde seitdem kontinuierlich weiterentwickelt.

 

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